Power. Control. Spin.
Normalerweise darf man sich bei einem Pickleball Paddle zwei davon aussuchen.
JOOLA behauptet mit dem neuen Power FX nun ziemlich selbstbewusst: Warum eigentlich nicht alles?
Also gut. Wir haben das Paddle nicht nur ein paar Mal im Shop gegen die Wand gespielt. Wir haben es eingepackt und direkt dorthin mitgenommen, wo ein Test wirklich interessant wird: zum RTA2000 Farnham in England.
Und dann kam der erste Schlag.
Ein Aufschlag.
Winner.
Kurzer Blick aufs Paddle.
Echt jetzt? Habe ich den gerade so gespielt?
Noch ein paar Bälle. Noch ein paar Aufschläge. Drives. Dinks. Returns.
Und relativ schnell war klar:
Verdammt. Das Ding ist wirklich gut.
Ein Power-Paddle, das sich nicht wie ein Brett spielt
Beim Namen Power FX dürfte ziemlich klar sein, in welche Richtung JOOLA gehen will.
Und ja: Power hat es.
Wenn man beschleunigt, kommt richtig etwas raus. Aufschläge lassen sich aggressiv spielen, Drives haben ordentlich Zug und bei Overheads muss man definitiv nicht darum bitten, dass der Ball schneller fliegt.
Aber genau hier kommt die Überraschung.
Das Paddle fühlt sich trotzdem nicht unkontrolliert an.
Gerade bei vielen sehr offensiven Paddles erkauft man sich zusätzliche Geschwindigkeit mit einem ziemlich nervösen Gefühl am Netz. Beim Power FX hatten wir dieses Problem erstaunlich wenig.
Dinks, Blocks und Resets funktionieren deutlich besser, als man es bei einem Paddle mit diesem Namen vielleicht erwarten würde.
Power? Ja.
Control? Ebenfalls ja.
Das wird langsam verdächtig.
Dieser Grip ist grob. Richtig grob.
Anmerkung der Redaktion - hehe - ähnlich dem Bread & Butter Loco 16 und dem Selkirk OMNI
Schon wenn man mit der Hand über die Oberfläche fährt, fällt etwas auf:
Der Grip des Power FX fühlt sich für uns definitiv gröber an als bei jedem anderen JOOLA Paddle, das wir bisher in der Hand hatten.
Und auf dem Court bestätigt sich dieser Eindruck.
Topspin Drives greifen stark, beim Slice lässt sich ordentlich Rotation erzeugen und auch beim Aufschlag merkt man sehr schnell, dass die Oberfläche den Ball richtig packt.
Natürlich ist das keine Labormessung. Aber rein vom haptischen Eindruck ist die Oberfläche des Power FX aktuell für uns die aggressivste JOOLA Oberfläche.
Das Spannende daran ist wiederum die Kombination:
Power, Kontrolle und Spin passen hier ungewöhnlich gut zusammen.
Normalerweise hat ein Paddle irgendwo eine ziemlich deutliche Schwäche. Beim Power FX mussten wir während unseres Tests erst einmal danach suchen.
Im direkten Vergleich zum JOOLA Agassi Pro V 14mm
Als persönliche Referenz ist für mich das JOOLA Agassi Pro V 14mm besonders interessant, da ich dieses Paddle häufig spiele.
Und obwohl beide Paddles auf dem Datenblatt teilweise sehr ähnlich wirken, fühlen sie sich in der Hand überraschend unterschiedlich an.
Beim Power FX fällt zunächst der Griff auf.
Laut Datenblatt haben sowohl das Power FX als auch das Agassi Pro V einen Griffumfang von 10.5 cm. Trotzdem fühlt sich der Griff des Power FX für mich etwas voluminöser und kantiger an.
Das ist grundsätzlich Geschmackssache und für mich auch kein grosses Problem. Wer einen runderen oder etwas schlankeren Griff bevorzugt, kann das mit einem anderen Grip beziehungsweise einem passenden Overgrip relativ einfach beeinflussen.
Deutlicher spürbar war für mich das Gewicht und vor allem die Balance.
Das Power FX ist rund 3 Gramm leichter als mein Agassi Pro V 14mm und diese paar Gramm habe ich tatsächlich wahrgenommen.
Das Agassi fühlt sich für mich etwas kopflastiger an, während sich das Power FX schneller und agiler durch den Schwung bewegen lässt.
Drei Gramm klingen auf dem Papier nach praktisch nichts.
Auf dem Court?
Doch. Die merkt man.
Gerade bei schnellen Handwechseln am Netz und beim Beschleunigen des Paddleheads wirkt das Power FX dadurch angenehm flink.
JOOLAs erstes All-Foam Paddle
Das Power FX ist ausserdem ein wichtiger Schritt für JOOLA, denn es ist das erste All-Foam Paddle der Marke.
Statt des klassischen Aufbaus vieler Pickleball Paddles setzt JOOLA hier konsequent auf Foam.
Und unabhängig davon, wie sehr man sich für Paddle-Technologie interessiert: Auf dem Court merkt man vor allem eines.
Das Paddle fühlt sich satt an.
Der Treffpunkt ist angenehm stabil, das Feedback direkt und das Paddle vermittelt ziemlich viel Vertrauen. Gerade wenn man schneller spielt, macht das einen Unterschied.
Und vor allem macht es eines:
Es macht Spass. Sehr viel Spass.
Und das Ganze für 159 CHF?
Hier wird die Geschichte fast ein bisschen absurd.
Denn das JOOLA Power FX kostet bei uns 159 CHF.
Für ein Paddle mit dieser Performance, dem neuen All-Foam Aufbau und diesem Gesamtpaket hätten wir ehrlich gesagt mit einem deutlich höheren Preis gerechnet.
Power? ✅
Control? ✅
Spin? ✅
159 CHF?
… ernsthaft?
Das Problem: Es ist praktisch schon wieder weg
Jetzt kommt der weniger erfreuliche Teil.
Das Paddle ist aktuell bereits nicht mehr regulär lieferbar.
Beim Lieferanten JOOLA Europe heisst es, dass neue Power FX Paddles voraussichtlich im Dezember wieder verfügbar sein sollen.
Schauen wir mal, was bis dann passiert.
Bis dahin gilt bei uns allerdings ein ziemlich schweizerisches Prinzip:
«De Schnäller esch de Gschwinder.»
Wir haben aktuell noch ein Power FX an Lager.
Danach ist vorerst Schluss.
Unser Fazit zum JOOLA Power FX
Wir sind beim Test ziemlich skeptisch gestartet.
Ein JOOLA Paddle mit richtig Power, guter Kontrolle und starkem Spin gleichzeitig?
Klingt ein bisschen nach Marketingabteilung.
Nach dem Wochenende beim RTA2000 Farnham müssen wir allerdings sagen:
Ja. Das funktioniert tatsächlich.
Das Power FX ist schnell, stabil, überraschend kontrolliert und besitzt eine Oberfläche, die sich für uns gröber und aggressiver anfühlt als bei den bisherigen JOOLA Paddles.
Im direkten Vergleich zu meinem häufig gespielten Agassi Pro V 14mm wirkt es zudem etwas leichter und agiler, während das Agassi für mich mehr Gewicht Richtung Paddlekopf bringt.
Der etwas kantigere und gefühlt dickere Griff des Power FX ist Geschmackssache. Das lässt sich mit der Wahl des Grips aber problemlos anpassen.
Der Rest?
Hat mich ziemlich überzeugt.
Ist es das perfekte Paddle für jeden?
Natürlich nicht.
Aber wer gerne offensiv spielt, trotzdem nicht bei jedem Dink beten möchte und ein modernes All-Foam Paddle mit richtig viel Spin und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sollte das JOOLA Power FX definitiv auf dem Radar haben.
Unser Test jedenfalls endete ziemlich eindeutig:
Ich wollte es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand geben.
Hol dir dein JOOLA Power FX für 159 CHF, solange wir noch eines an Lager haben.







